19. Aug 2017

Die Ringelblume

Calendula officinalis

Ihre satte Farbe und grosszügige Bereitschaft üppig zu blühen macht aus dem im Volksmund Butter- oder Dotterblume genannten Blümlein eine viel gesehene Pracht in heimischen Gärten. Wundern tuts niemanden, ist sie bei all ihrem Liebreiz doch auch angenehm und genügsam im Charakter. Anspruchslos wächst sie gerne und rasch an sonnigen Standorten und mag im Gemüsegarten dank ihren Wurzelausscheidungen gegen Schadorganismen helfen. Wohlbekannt durch ihre sagenhafte Heilkraft bei äusserlichen Anwendungen sind die innerlich wirkenden Stärken der krampflösenden und blutreinigenden Ringelblume zu Unrecht weniger verbreitet. Dabei stärkt das orangeleuchtende Kraut sowohl Verdauungsorgane als auch Leber und Galle. Hier muss gesagt werden, dass manch einer mit schwachem Magen den reinen Ringelblumentee nicht vertragen mag und diesen so besser mit anderen Kräutern gemischt zu sich nimmt. Auch in Speisen kann sie Verwendung finden und wurde früher gar als «falscher Safran» verkauft, da die Blütenblätter der Ringelblume eine gelbe Farbe verleihen.

Anwendungsbeispiele

Mit ihrer bedeutenden Auswirkung auf Haut unterstützt die Ringelblume unser grösstes Organ bei der Heilung und fördert das Wachstum neuer Haut. Sie wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, abschwellend und pilzhemmend. Innerlich angewendet als Tee hilft sie Brechreiz zu lindern und Magengeschwüre abzuheilen. Auch das Nervensystem beeinflusst die Blume positiv und kann gegen Panikattacken, Schwindelanfälle oder bei Einschlafstörungen Verwendung finden.

Beschreibung

Die einjährige Ringelblume mit ihren leuchtend gelben bis orange-gelben Blütenköpfen gehört zu den Korbblütler. Der kantige und behaarte Stängel des bis zu einer Höhe von etwa 50 cm wachsenden Kräutleins fühlt sich etwas klebrig an.

Sammeln

Würde man die Calendula officinalis in der freien Natur antreffen, wäre dies ein äusserst seltener Glücksfund. In der Regel ist sie nämlich in unseren Gärten heimisch, wo sie von Juni bis Oktober blüht. In dieser Zeit werden sie auch gepflückt und weiter verarbeitet.

Rezepte zur Herstellung der viel geliebten Ringelblumensalbe gibt es zu Hauf. Dem eigenen Ideenreichtum sind also keinerlei Grenzen gesetzt und es können sowohl frische als auch getrocknete Blütenblätter verwendet werden. In der klassischen Herstellung dient ein Heissauszug mit einem geeigneten Fett als Basis, worin die Blütenblättchen eingerührt werden. Für etwa 100 ml werden vier Esslöffel Kokosfett, Schmalz oder Ziegenbutter und zwei Esslöffel Ringelblume gemeinsam erhitzt – kurz auf hoher Temperatur, dann etwa 30 Minuten niedrig temperiert. Anschliessend zugedeckt etwa 24 Stunden stehen lassen, um am nächsten Tag leicht zu erwärmen und durch ein Leintuch oder ein mit Gaze ausgelegtes Teesieb zu filtern.
Soll die Salbe auch bei Zimmertemperatur fest bleiben, werden vier Esslöffel Kokosöl mit zwei gestrichenen Teelöffel Bienenwachs erhitzt, auf etwa 30 Grad abgekühlt und langsam in die bereits gefilterte Salbe eingerührt.
Bei Krampfadern täglich Salbe auf ein Tuch streichen und die betroffene Stelle damit einwickeln.

Rezepte finden Sie in der Ausgabe 3/17.

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