31. Aug 2017

Exotischer Glascocktail

Cocktails am Freitagabend sind immer etwas, auf das man sich freut – besonders nach einer langen, arbeitsreichen Woche. Diese amüsante und betörende Komposition ist eine Hommage an Cocktails. Sie ist eine berauschende Mischung aus Farbe und Struktur und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Hier dürfen Sie nicht zaghaft sein: Dieser Cocktail braucht einen prominenten Platz, damit ihn alle bewundern können.

Erstaunlicherweise heissen die hohen Pflanzen in der Vasenmitte Krugpflanzen (Sarracenia leucophylla), bei denen ich immer an die süssen Cocktails denken muss, die aus großen, bauchigen Krügen eingeschenkt werden. Doch nicht so hier. Die Krug- oder Schlauchpflanzen dieses Arrangements sind elegant und skulpturhaft. Aber man muss sich vor ihnen in Acht nehmen, denn Schlauchpflanzen sind fleischfressende Pflanzen und besitzen einen tiefen Hohlraum mit Flüssigkeit, sogenannte Fallgrubenfallen, mit denen sie unglückliche Insekten fangen. Das mag gefährlich klingen, doch die hier gezeigten Pflanzen befinden sich in der Ruhephase und stellen für Fliegen und kleine Finger (noch!) kein Risiko dar. Krugpflanzen bevorzugen eine sumpfige, feuchte Umgebung; vergewissern Sie sich also, dass das Topfsubstrat stets feucht ist. Statt Leitungswasser ist es ratsam, destilliertes Wasser, Regenwasser oder Tauwasser, vielleicht sogar von einer Klimaanlage, zu verwenden. Ich empfehle auch, Krugpflanzen in erdefreies Substrat zu pflanzen, das sich je zur Hälfte aus Torfersatz und sterilisiertem Sand zusammensetzt. Ich verteilte auf dem Substrat eine Schicht Rindenschnitzel, damit die Feuchtigkeit nicht so schnell verdunstet. Krugpflanzen brauchen viel Sonne und deshalb einen Platz mit direktem Sonnenlicht, wo sie im Sommer täglich mindestens sechs bis acht Stunden Sonne erhalten. Als Begleitpflanzen eignen sich Garten- Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana), deren hübsche kleine Blüten hier eine wunderschöne dunkle Farbe haben; Garten-Stiefmütterchen gibt es in unendlich vielen Variationen und Farben. Sie sind aus einer Kreuzung von zwei wild wachsenden Veilchen hervorgegangen – und sollen Liebe bringen!

Text und Bild: Buch «INDOOR GÄRTNERN» von Isabelle Palmer

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