01. Aug 2017

Himmlisches Blau

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass nur wenige Blüten in der Welt der Pflanzen reinblau sind? Meistens ist Rot mit von der Partie und verleiht dem Blau einen Purpur- oder Violettton. Bartblumen (Caryopteris x clandonensis Kultivare) verdrehen Gärtnern nicht nur mit ihren blauen Blüten den Kopf, sondern auch mit ihren aromatisch duftenden Blättern.

Die Gattung zählt zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und umfasst sechs laubabwerfende, strauchige Arten, die in den Bergregionen Ost-Asiens vorkommen. Dort bevorzugen sie trockene, heisse Hänge oder lichte Wälder. Sie werden ca. 1m hoch und breit und haben graugrüne, gezähnte Blätter. Die blauen Blütenquirle sind etagenartig angeordnet und erscheinen ab dem Spätsommer an diesjährigen Trieben. Der Strauch ist ein Insektenmagnet und wird überwiegend von Bienen und Hummeln aufgesucht, aber auch Schmetterlinge laben sich am Nektar.
Für den Ziergarten ist vor allem die Hybride Caryopteris x clandonensis interessant, die zufällig in einem englischen Garten entstanden ist. Mittlerweile gibt es verschiedene Sorten, deren Blütenfarben von Blau («Heavenly Blue», «Blauer Spatz»), Dunkelblau («Dark Knight», «Kew Blue») bis Purpurblau («Arthur Simmonds») variieren. Die Sorte «White Surprise» mit weiss-panaschiertem Laub ist besonders für halbschattige Standorte reizvoll, da sie Licht hinein zaubert. Die Sorte «Summer Sorbet» hat gelb-grün-panaschierte Blätter. Panaschierte Sorten erfordern bei der Planung etwas mehr Fingerspitzengefühl, um ein harmonisches Ergebnis zu erzielen.

Gute Partner

Bartblumen lassen sich in gemischten Rabatten schön mit Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Fetthennen (Sedum), Katzenminze (Nepeta), Storchschnabel (Geranium), Strauch- und Bodendeckerrosen (z.B. «Mozart», «Ballerina», «The Fairy»), Spierstrauch (Spiraea japonica), Berberitzen (Berberis) und Staudenclematis (Clematis aromatica, C. integrifolia) kombinieren. Das Gelb von Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) und Mädchenauge (Coreopsis verticillata) bringt das Blau zum Leuchten. Gesellen sich noch Astern und halbhohe Gräser wie Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) und Reitgras (Calamagrostis) hinzu ist der Herbstzauber perfekt! In mediterranen Pflanzungen verlängern sie die Blütezeit von Lavendel und Perovskien, die beide ebenfalls wärmeliebend sind. Auch in Gruppen sehen die Sträucher sehr hübsch aus: Diese lassen sich mit zarten Gräsern wie Blauschwingel (Festuca) oder Federgras (Nasella tenuissima) verweben, nehmen dem Strauch das etwas Sparrige und unterdrücken gleichzeitig den Wildwuchs.
Seine Unempfindlichkeit gegenüber Trockenheit macht die Bartblume zur idealen Wahl für Kübel, Steingärten, Beeteinfassungen oder niedrige Hecken.

Pflegetipps finden Sie in der Ausgabe 3/17.

Text und Bild: Annette Lepple

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