25. Jul 2017

Im Schatten der Weinlaube

Einzelne Strahlen der prallen Sommersonne bahnen sich ihren Weg durch die dicht bewachsene Decke aus grünen Blättern. Hier im angenehmen Schatten der Weinlaube ist der heisse Nachmittag gut auszuhalten und die Ranken zaubern ganz nebenbei eine mediterrane Stimmung mitten in die heimischen Gärten. Für so manchen Garten­besitzer ist dieses Flair während der Sommermonate mit nichts zu vergleichen. Verständlich.

Frischverzehr, Saft oder Wein?

Trauben sind nicht gleich Trauben. Es gibt zahlreiche verschiedene Sorten, die sich nicht nur in ihren Farben und Formen, sondern vor allem in ihrer Beschaffenheit und somit in ihrer Weiterverarbeitung unterscheiden. Die Tafeltrauben sind wie der Name schon sagt für den Frischverzehr «an der Tafel», also am Tisch geeignet. Diese Früchte sind im Gegensatz zu den für die Weinproduktion verwendeten Kelterreben saftig, gross, zartschalig und kernarm oder gar kernlos. Auch innerhalb der Tafeltrauben-Sorten gibt es bedeutende Abweichungen, wobei jede ihre Vorteile hat. Es kommt immer darauf an wo die eigenen Vorlieben liegen – Geschmackssache eben. Die Unterscheidung innerhalb der anschliessenden Nutzung ist zwar sinnvoll, jedoch können die Grenzen nicht immer allzu genau gesteckt werden, sondern gehen ineinander über. Schliesslich kann so manche Tafeltrauben-Sorte auch zur Saft- oder Weinherstellung verwendet werden.

Für den Gaumen und die Augen

Vollfruchtig, honigsüss, mit einzigartigem Muskataroma oder angenehm milder Säure. Die köstlichen und gleichzeitig gesunden Früchte direkt von der Rebe zu klauben und dann zu verspeisen hat einen ganz besonderen Charme. Kaum verwunderlich also, dass sich immer mehr Garten- oder Balkonbesitzer dazu entscheiden die eigenen Reben zu pflegen. Von goldgelb und grün über hell- und dunkelrot bis hin zu zu lila oder tiefblau. Wer sich an den satten Farben seiner Tafeltrauben erfreut, kann sich gleich doppelt freuen. Schliesslich färbt sich auch das Laub der Weinreben und entzückt so im Spätsommer mit einer unvergleichlichen Farbenpracht. Besonders die blauen Trauben besitzen oft ein rotfärbendes Herbstlaub, das sich wunderbar an einer Pergola, Hauswand oder an Mauern und Zäunen macht. Auch als Sichtschutz sind Weinreben gut geeignet.

Tafeltrauben pflanzen und pflegen

Zwischen Ende März und Ende Mai werden die Jungreben angepflanzt. Ob im Freien oder in grossen Kübeln – Tafeltrauben gedeihen am liebsten an warmen und vollsonnigen Standorten wie etwa geschützte Südost- oder Südwestplätze. Das Ausgeizen der Triebe sowie das Anbinden als Schutz vor Bruch sind dabei wesentliche Pflegemassnahmen der ansonsten anspruchsarmen und unkomplizierten Pflanzen. Vorsicht bei Dünger: Diese sind meistens zu stickstoffreich und schaden mehr als sie nutzen. Besser die Tafeltrauben im Frühjahr mit etwas Kompost versorgen, damit dem eifrigen Wachsen der Reben nichts im Wege steht. Übrigens: Wie viele Reben benötigt werden hängt neben der Grösse der Fläche auch von der Bodenfruchtbarkeit sowie von der Rebsorte ab. Am besten vertraut man dabei auf ein Beratungsgespräch «direkt an der Quelle» wie in Reb- oder Baumschulen sowie im Handel. Wichtig ist jedenfalls, dass für den Hausgarten robuste und frostharte Sorten gewählt werden, die gegen Pilzkrankheiten wenig anfällig sind. Mehltauresistente Sorten kommen ohne Spritzmittel aus und wachsen in der Regel sehr ergiebig.

Von Hand gepflückt

Bereits Mitte August können sich Besitzer von frühreifen Rebsorten über ihre Tafeltraubenernte freuen während sich die mittelfrüh, mittelspät und spät reifenden Sorten ab Mitte September bis Anfang November zum Pflücken bereit erklären. Da die Früchte nach der Ernte nicht nachreifen, sollte der richtige Zeitpunkt abgewartet werden. Abgesehen vom Erreichen der sortentypischen Färbung macht es Sinn, den Reifegrad selbst auszutesten. Wenn die Beeren bereits etwas süsslich schmecken, sollte man ihnen noch eine Woche Zeit geben, damit sie ihr volles Aroma entfalten können. Dann werden die Trauben als Ganzes am Stiel mit einer scharfen Schere abgeschnitten und sollten aufgrund ihrer kurzen Haltbarkeit innerhalb weniger Tage aufgebraucht oder weiter verarbeitet werden.

Text: Sarah Egartner Bilder: Pixabay, Unsplash

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